Rezeptsammlung Exotisch - Rezept-Nr. 324

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Duft von 1.August in der Luft (2)

( 4 Portionen )

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Zutaten

    Weggen

   REF ST. GALLER TAGBLATT 3
    -- Edith Hollenstein, Petra
    -- Künzle, Uzwil
    -- Erfasst von Rene Gagnaux
 

Zubereitung

Für viele Bäcker ist der 1. August wohl ein Feiertag, jedoch kein freier Tag.
 
Roland Taverna und sein Oberuzwiler Bäckerkollege Paul Schlauri kneten heute schon den Teig, aus dem morgen die goldbraunen, herrlich duftenden 1.-August-Weggen gebacken werden.
 
Der verführerische Duft frühmorgens aus den Bäckereien hat in den letzten Tagen einen Zacken zugelegt: 1.-August-Weggen werden gebacken. Das süsse Hefegebäck ist beinahe ein kulinarisches Nationalgut, allerdings ein zeitlich begrenztes.
 
Wie frische 'Weggli'
 
Die 1.-August-Weggen gehen weg wie frische 'Weggli'. Das haben die Bäcker in der Region erkannt und beginnen meist schon Wochen vor dem Nationalfeiertag mit der Weggen-Produktion. Seit zwei Wochen stellt Roland Taverna, seit neun Jahren Bäcker in Niederuzwil, täglich rund hundert 1.- August-Weggen her. 'Die Leute haben Ferien und somit Zeit zum frühstücken', vermutet er. Für den Verkauf am 1. August wird Taverna etwa tausend Weggen vorbereiten - der Feiertag ist für ihn alles andere als ein freier Tag. Und er weiss: Was zu viel gebacken wurde, kann am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden.
 
Aus Schweizer Produkten
 
Bäcker Paul Schlauri aus Oberuzwil wird ebenfalls am 1. August seine Ladentüren öffnen. Frühmorgens schon wird sich der feine Brötchenduft im Dorf verbreiten und Kundschaft anlocken. 'Für den Weggenteig verwenden wir ausschliesslich inländische Butter und Schweizer Vollmilch', meint er. Damit unterstützen die Bäcker den Absatz von hierzulande produzierten Nahrungsgrundmitteln. Dies ist ganz im Sinne der Marketingidee, welche ursprünglich der Geburtsstunde des Schweizer 1.-August-Weggens zu Grunde liegt.
 
Beliebt seit 42 Jahren
 
In den Zwanziger- und Dreissigerjahren bekundete man Probleme mit dem Absatz von Schweizer Produkten. Um dem entgegenzuwirken, machten die Bäcker mit verstärkter Werbung und speziellen Produkten vermehrt auf sich aufmerksam. Wie der Drei-Königs-Kuchen wurde der
 
1. -August-Weggen 1959 vom Schweizerischen Bäckermeister-Verband lanciert. Heute ist bei vielen die Grundidee des traditionellen Brötchens vergessen gegangen. Doch nicht bei allen. Coop beispielsweise lässt einen Teil aus dem Erlös des
 
1. -August-Weggen-Verkaufs den Schweizer Bergbauern zugute kommen und unterstützt damit wieder die Herstellung von Schweizer Produkten.
 
Am Vorabend Teig herstellen
 
Der Teig für den 1.-August-Weggen ist etwas weicher als gewöhnlicher Zopfteig und enthält etwas mehr Butter. Paul Schlauri, seit 28 Jahren Bäcker in Oberuzwil, fügt alle Zutaten schon am Vortag zu einem Teig zusammen und lässt ihn bei sechs Grad langsam aufgehen. Die Teigmasse teilt er in kleine Portionen und formt daraus runde Brötchen. 'Zwölf Schnitte sind nötig für ein Schweizerkreuz. Dies ist eine aufwendige Arbeit, man muss sorgfältig und präzise schneiden', erklärt der Fachmann. Danach werden die Teigkugeln nochmals für zehn Stunden kühlgestellt. Am 1. August wird Bäcker Schlauri früh in seine Backstube gehen, die Weggen in den Ofen schieben und sie goldbraun backen, bevor der Nationalfeiertag auch für ihn und seine Familie zum freien Tag wird.
 
,AT Rene Gagnaux ,D 22.07.2002 ,NI ** ,NO Gepostet von: Rene Gagnaux ,NO EMail: r.gagnaux@ch.inter.net
:Erfasser : TAMKAT
:Datum : 19.10.2004

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