Rezeptsammlung Drinks - Rezept-Nr. 351

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Bier im Ausschank (Info)

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Zutaten

1   Info
    Von Anja Dannenberg
 

Zubereitung

Mit Abstand das beliebteste Feierabend-Getränk der Deutschen ist Bier. Rund 130 Liter Bier süppeln die Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr. Gut gekühlt und frisch gezapft ein echter Genuss. Doch Kneipengänger bekommen es zuweilen auch anders serviert: im schmutzigen Glas, abgestanden, mit wenig Schaum oder einfach nur schlecht gefüllt.
 
Unappetitlich: Schmutzige Gläser
 
Da nützt auch das Reinheitsgebot nichts: Im Bier aus dem offenen Ausschank tummeln sich zuweilen Organismen, die da gar nicht hineingehören. Das hat ServiceZeit KostProbe bei einem Stichprobentest entdeckt. In Dortmund, Köln und Düsseldorf besorgten unsere Tester Frischgezapftes fürs Labor. Insgesamt 28 Proben zogen sie in Biergärten, Kneipen, Bistros und Restaurants. Zunächst im Visier der Tester: Ist das Glas auch gut gefüllt und wirklich sauber? Lippenstift oder Essensreste am Glasrand sind nämlich abstossend.
 
Im Mainzer Hof in Köln war alles in Ordnung, aber in vier anderen Lokalen im Test servierte man uns das Bier in schmutzigen Gläsern. Und zwar im Garden in Düsseldorf, im Mövenpick in Dortmund sowie in Juanitas Cantina und im Stadtgarten - beide in Köln.
 
Die genauen Testergebnisse finden Sie hier. http://www.wdr.de/tv/ service/kostprobe/inhalt/20020617/b_1.1.phtml
 
Die Tabelle als PDF-Datei zum Downloaden und Ausdrucken. http://www. wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20020617/bier.pdf
 
Unerwünschte Keime in jeder dritten Probe
 
Aber auch, wenn die Gläser auf den ersten Blick sauber sind, heisst es noch lange nicht, dass das Bier auch in Ordnung ist. Statt es zu trinken, füllten die Tester das Bier in sterile Glasflaschen und brachten es gut gekühlt ins Labor. Hier untersuchten die Wissenschaftler die Proben auf Schimmelpilze, Fäkalbakterien, Pseudomonaden und weitere Keime, die im Bier nichts zu suchen haben. Bei dem Ergebnis des Labortests kann einem glatt der Durst vergehen: Von 28 Proben enthielten 9, also fast jede dritte, deutliche Mengen an Fäkalkeimen oder Pseudomonaden. Nach den Hygienestandards für Bier- und Erfrischungsgetränke aus Zapfanlagen aus dem Erlass des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft NRW sollten aber weder der Fäkalkeim E. Coli noch Pseudomonaden nachweisbar sein. Danach waren die Bierproben in folgenden Lokalen nicht mehr einwandfrei: Im Fiasco in Düsseldorf, im Restaurant Zum Alten Markt in Dortmund, und in Köln bei Juanitas Cantina sowie im Wippenbeck am Rhein.
 
Ungenügende Kontrollen
 
Amtliche Kontrollen hätten hier vielleicht keine negativen Ergebnisse gebracht, denn die Lebensmittelüberwachung testet nur ab Zapfhahn und nicht wie wir - ab Glas. Bedauerlich für den Gast, denn auch die Gläser können mit Keimen belastet sein. Dazu Lebensmittelchemiker Dirk Lorenz: Aus Sicht des Verbrauchers wäre es wünschenswert, zusätzlich zu der Prüfung des Bieres ab Zapfhahn auch verstärkt eine Prüfung der Gläserhygiene vorzunehmen.
 
Profis reinigen Zapfanlagen
 
Zunächst einmal sind aber die Bierleitungen ein kritischer Punkt. Bakterien können sich hier leicht vermehren. Deshalb sind die Hygienerichtlinien für den Bierausschank sehr streng. Egbert Beuren hat in Köln einen Gaststättenservice. Die Reinigung von Bierleitungen gehört zu seinem Job: Bierleitungen müssen mindestens alle 14 Tage gereinigt werden, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Aber es ist auch abhängig von der Länge der Leitung oder ob Temperaturschwankungen da sind. Also je häufiger je besser. Die Zapfhähne müssen vom Gaststättenpersonal täglich gereinigt werden.
 
Biere aus dem Fass sind für viele Inbegriff von Frische und Qualität. Moderne Bierfässer heissen KEGs. Sie sind aus Metall und haben einen direkten Leitungsanschluss. Unter hygienischen Bedingungen werden sie in den Braüreien befüllt. Hier gibt es selten Beanstandungen.
 
Fäkalkeime im Spülwasser
 
Bei unserem Test liessen wir auch auf den Gehalt an Fremdhefen und Schimmelpilzen untersuchen. Erfreulich: Die gefundenen Mengen waren sehr gering. Die Bierleitungen scheinen also bei den getesteten Gaststätten nicht das Problem zu sein. Und wie gelangen nun die im Test gefundenen, ekelerregenden Darmbakterien ins Bier? Untersuchungsleiter Dirk Lorenz: Es ist unwahrscheinlich, dass fäkale Verunreinigung über das Bier selbst oder über das Leitungssystem in das Bier gelangt. Es ist wahrscheinlicher, dass eine Kontamination über die Gläser stattfinden könnte. Es ist denkbar, über mangelnde persönliche Hygiene: Zum einen mangelnde Hygiene der Mitarbeiter, zum anderen aber auch, wenn die Gäste die Gläser anfassen, dann die E. coli auf die Gläser übertragen und so wird dann das Spülwasser mit E. coli kontaminiert, die Bakterien werden weiterverschleppt.
:Erfasser : TAMKAT
:Datum : 19.10.2004

Quelle

ServiceZeit - KostProbe,
WDR 17.06.2002
Erfasst von Christina
Phil

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