Rezeptsammlung Ente - Rezept-Nr. 461

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Glasklare Argumente - Oder: Was das Glas zum Geschmack Beiträgt (Info)

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Zutaten

1   Info
 

Zubereitung

Das richtige Glas ist ein wichtiger Beitrag zum Weingenuß. Es entscheidet mit darüber, wohin genau der Wein im Mund gelenkt wird wir schmecken verschiedene Nuancen ja in verschiedenen Regionen der Mundhöhle. Tatsächlich schmeckt der gleiche Wein in verschiedenen Gläsern sehr unterschiedlich!
 
Grundsätzliches: Ein ordentliches Weinglas ist nicht zu dickwandig, möglichst ohne Wulst am oberen Rand, es hat einen Stiel, der nicht zu dick und lang genug ist, um das Glas da anzufaßen und es hat einen ausreichend breiten Fuß, um sicheren Stand zu gewährleisten. Der Kelch ist so groß, daß er nur zu einem Teil (1/3 beim Probieren, 2/3 beim Eßen) gefüllt werden muß. Vor allem ist es aus Klarglas, nicht gefärbt, um die Farbe des Weins zur Geltung kommen zu laßen. So wenig wie Kaffee aus Pappbechern schmeckt oder Weizenbier aus der Sektflöte, so wenig schmeckt ein guter Wein aus dem Tonbecher. Soviel rustikaler Charme ist bestenfalls einem Landwein beim Picknick zuzumuten.
 
Genormte Probiergläser: Wer eine breite Palette an Wein probieren will, ohne sich auf Spezialgläser einzulaßen, dem ist mit genormten Probiergläsern nach DIN oder ISO-Standard geholfen. Diese Gläser sind tulpenförmig und faßen etwa 0,2 Liter (werden aber nie voll gemacht!). Sie bringen alle Weine einigermassen vergleichbar zur Geltung. Das vor allem in Deutschland verbreitete DIN-Glas (DIN
 
10960. ist gerade neu designed worden und soll ist sozusagen das Standard-Probierglas auch bei vielen Weinmeßen und -verkostungen. Wein-Freaks schwören oft auch auf ein Becherglas mit Fingerlöchern, das unter dem schönen Namen Impitoyable (Gnadenlos, Unerbittlich) bekannt ist und im Ruch steht, vor allem die Fehler der Weine hervorzuheben.
 
Weißweingläser haben einen schmalen, kleineren Kelch - sehr schlank und am oberen Rand ein wenig nach außen gestülpt, wenn sie für leichte Weine ausgelegt sind, etwas bauchiger und nach oben enger, wenn sie voluminösere Tropfen zur Geltung bringen sollen.
 
Rotweingläser sehen aus wie eine große Ausgabe des letztgenannten Weißweinglases, wenn daraus tanninstarke Rotweine getrunken werden sollen (Bordeaux, internationale Cabernet Sauvignons, Rioja, Chianti..). Eher kugelige große Gläser sind den sehr schweren Rotweinen vorbehalten. (Barolo-Typus) Tanninarme Rote vom Typ eines deutschen Spätburgunders auch eines Gamay (Beaujolais) werden aus bauchigen Gläsern mit weiter Öffnung genoßen.
 
Ros'gläser sind nur mittelgroß und leicht eingezogen oben.
 
Sektgläser sollten hochgezogen und schmal sein (die antiquierten Sektschalen sind Mord für die Kohlensäure). Am Grund kann ein kleiner rauher Punkt eingraviert sein, das führt zu einem feinen perlen.
 
Ganz praktisch wer nicht soviel in Gläser investieren will, dem ist mit einem Weißweinglas für kräftige Weißweine geholfen, aus dem schmecken auch Ros's - dazu noch ein Rotweinglas, je nach Vorliebe das für fruchtige, tanninarme oder das für tanninreiche. Das genügt für die Praxis.
 
Und sonst... Gläser möglichst mit wenig Spülmittel und klarem, fettfreien Wasser abspülen. Im Schrank werden sie möglicherweise schnell muffig! Dann riecht man vom Wein nicht mehr viel. Am Besten umgedreht auf eine Glasplatte stellen, das ist luftdicht.
 
http://www.swr-online.de/kaffee-oder-tee/vvv/weinecke/archiv/2000/09 /14/index.html
:Erfasser : TAMKAT
:Datum : 19.10.2004

Quelle

SWR 14.09.2000

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