Rezeptsammlung Grundlagen - Rezept-Nr. 175

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Die Straussenfarmerei

( 4 Portionen )

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Zutaten

    Strauss

   NACH EINEM TEXT AUS DEM WWW
    Von Beat Bucher, 1998
 

Zubereitung

Es gibt nur eine Spezie Strauss in Namibia und dennoch werden die Strausse in zwei Kategorien unterteilt, für die jeweils ein anderes Ministerium zuständig ist. Die Strausse, die frei in den Nationalparks und auf den Farmen rumlaufen , gelten als geschütztes Wild. Sie fallen unter die Zuständigkeit des Ministeriums für Naturschutz und Tourismus. Die grosse Ausnahme sind die 21000 domestizierte Strausse der einzelnen Zuchtfarmen, die dem Landwirtschaftsministerium und seiner Veterinärabteilung unterstehen. Da die Definition domestizierter Strauss sehr vage war, haben die Straussenfarmer und ihr Zuchtverein OBAN (Ostrich Breeders Association of Namibia) gemeinsam mit dem Livestock Improvement Board Richtlinien und Grundsätze für Strausse und ihre Produkte aufgestellt. Mit der Auflage, dass jeder domestizierte Strauss identifizierbar sein muss. Alle Brutvögel und alle Strausse die lebend exportiert werden sollen, müssen sogar als Implantat einen Microchip zur Identifizierung besitzen. Des weiteren muss der Straussenfarmer eine genaue Buchführung von den gelegten Eiern und den geschlüpften Küken halten. Diese Angaben werden von der Behörde regelmässig kontrolliert. Warum dieser ganze Aufwand? Bis zur Unabhängigkeit Namibias gab es nur in den zwanziger Jahren eine erwähnenswerte Straussenzüchterei, als Straussenfedern kurzfristig ein Exportschlager waren und sie gewichtsmässig in Gold aufgewogen werden konnten. Als der Weltmarkt zusammenbrach, wurde hier im Lande die Straussenindustrie von der Republik Südafrika kontrolliert und die Farmer von Oudtshoorn erhielten eine Monopolstellung. Erst mit der Unabhängigkeit war es dem hiesigen Farmer wieder möglich, Strausse zu vermarkten. Die kurzfristigen phantastischen Preise auf dem Weltmarkt verführten einige Straussenzüchter leider zu Betrügereien. Daraufhin sah sich die Behörde genötigt alle Exporte von lebendigen Straussen und befruchteten Eiern zu unterbinden. Inzwischen sind die Probleme gelöst aber der Markt ist nach seinem kurzen Höhenflug übersättigt. Aug' in Aug' mit einem Strauss. Was macht den Strauss so attraktiv? Neben der Tatsache, dass der Strauss der grösste Vogel der Welt ist und trotzdem nicht fliegen kann, ist es die Möglichkeit, ihn kommerziell zu nutzen. Seine Haut, Fleisch, Federn und auch Eier lassen sich vermarkten und somit zu Geld machen. Die grössten Einnahmen erzielt der Farmer aus der Straussenhaut. Sie wird zu Leder verarbeitet und die Modeschöpfer schätzen das eigenwillige Muster. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass derzeit Italien, Frankreich und Japan die grössten Käufer sind. Dabei erzielt ein dritte Grad Fell einen Preis von N$ 400 bis 920. Derart starken Schwankungen ist der Markt unterworfen! In der jüngsten Zeit hat es Ostraco (der Straussenschlachthof bei Mariental) aber geschafft, mit Simbabwe ein Joint-venture einzugehen, so werden zumindest ein Teil der Häute gemeinsam vermarktet. Das Straussenfleisch ist sehr schmackhaft und bekannt für seinen niedrigen Cholesteringehalt. Sein Verzehr wird als sehr gesund betrachtet und insbesondere in den gesundheitsbewussten Ländern Europas und den Vereinigten Staaten findet man das Straussenfleisch plötzlich auf der Speisekarte. Frau von Schauroth, die Vorsitzende von OBAN konnte auf der letzten Anuga-Messe in Köln ein reges Interesse für Straussenfleisch ausmachen. Es ist eine - wenn auch teure - Alternative zu dem mit BSE verseuchten Rindfleisch. Die Federn beherrschten vor vielen Jahrzehnten die Mode. Sie waren Auslöser zur Züchtung von Straussen. Heute ist dieser Markt recht gering und der Erlös unwesentlich. Küken und befruchtete Eier werden auch in kleiner Stückzahl exportiert. Die Abnehmer sind dabei u.a. China, Malaysia, Brasilien, Belgien und Spanien. In der Regel hat sich jeder Züchter seinen eignen kleinen Absatzmarkt gesucht. Durch die Aufhebung des Oudtshoorn Monopols ist die Straussenfarmerei nach einem kurzen Höhenflug heute in der Talsohle. Die UE berproduktion in verschiedenen Ländern führte zu diesem Dilemma. Die Mitgliederschwankung in der Zuchtvereinigung Namibias widerspiegelt diese Tatsache sehr eindeutig. 1995 waren bei OBAN noch 83 Züchter registriert während sich diese Zahl im Januar 1998 auf 30 reduziert hatte! Inzwischen sind 2 Straussenschlachthöfe in Namibia errichtet worden. Der Schlachthof von Ostraco in Mariental erfüllt alle EU-Bedingungen. Das Fleisch wird von dort nach Europa exportiert, während der Schlachthof in Witvley nur den lokalen Markt bedient. Zudem wird jetzt in Keetmanshoop der dritte Schlachthof gebaut und der Rohbau ist bereits fertig gestellt. Da sich Strausse gut anpassen können, ist es überall im Lande möglich mit ihnen zu farmen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Regierung gemeinsam mit OBAN die Straussenfarmerei in den Kommunalgebieten eingeführt hat. Ein Projekt bei Keetmanshoop wurde im letzten Jahr eingeweiht und die vielen tänzelnden Strausse sind von der Teerstrasse aus zu bewundern. Trotzdem ist die Zukunft der Straussenfarmerei derzeit sehr ungewiss. http://www.beat-bucher.ch/strauss.htm
 
Stichworte: Aufbau, Strauss
:Stichworte : Grundlagen, Informationen

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